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Ich wünsche meinen Lesern hier ein frohes neues Jahr 2010. Ein bischen verspätet, aber wie sagt man gleich? Genau: Lieber später als nie 😉

Was wird uns 2010 wohl bringen… Vielleicht einen weiteren Aufschwung der Wirtschaft? Mehr Arbeit? Vernunft in der Klimawandeldiskussion von allen Seiten?

Das sind dann wohl doch eher Hoffnungen. Was uns dieses Jahr bringt, dass sind auf jeden Fall die Fußball Weltmeisterschaft in Afrika, an diesem Wochenende viel Schneetrubel und noch weniger befahrene Zugverbindungen. Es bringt uns eine weitere Oscar-Preisverleihung. Eine neue 1Live Krone-Preisverleihung und was es noch so alles an Preisverleihungen gibt.

Die sogenannten „Tablet-PCs“ werden sich an den Markt rantasten. Ob sie sich durchsetzen, dass möchte ich eher bezweifeln. Wer sich das Geld für ein Netbook oder Smartphone in den letzten Jahren gespart hat, der wird wohl mit dem Gedanken spielen. Ansonsten ist es dann wohl eher der „Ich will haben“-Gedanke, der einen dazu verleiten wird, sich so ein Tablet PC zu holen. Da wird es übrigens auch wieder einen schönen Konkurrenzkampf zwischen Microsoft und Apple geben. Man merkt es schon bei den Vorstellungen auf der CES, wo auch die Namen bekannt gegeben wurden. So soll der Microsoft Tablet-PC „Slate“ und der von Apple „Islate“ heissen. Nur war der Name von Apple schon früher bekannt. Mal schauen ob sich die Datenschützler dort einen Kampf leisten werden, wir werden sehen.

Im nahen Osten wird es weiter gehen mit Anschlägen, die sich über den Westen bis nach Amerika tragen werden. Im Iran wird die Opposition nicht aufgeben, bis sie etwas erreicht hat, das sie zufrieden stellt (und das wird nicht leicht sein, so eine Zufriedenstellung unter der Führung von Ahmadinedschad zu erhalten). So war es die letzten Jahre und die Aussichten auf die nächsten Jahre sind leider nicht unbedingt besser. Im Gegenteil, denn im Jemen spitzt sich die Situation auch immer mehr zu. Wenigstens hat es Obama geschafft die Gesundheitsreform durchzuboxen.

So wünsche ich euch jedoch ein schönes weißes Wochenende. Setzt euch vor den Fernseher, deckt euch zu und trinkt schöne und warme Kakaos. Das tut bei diesem Wetter bestimmt gut.

Achso: Ich habe da eine Statistik im Web gefunden, die für einige eventuell ganz interessant ist. Sie gibt aktuelle Zahlen über Facebook für Deutschland wieder.

Quelle: facebookmarketing.de

Die neue schwarz-gelbe Regierung ist gebildet, und im Koalitionsvertrag steht neben vielen anderen Dingen ein Kompromiss der Wahlversprechen beider Parteien in Bezug auf die Wehrpflicht. Sie wird nicht abgeschafft, aber sie wird auch nicht unberührt gelassen: Statt 9 Monate, sollen es bis 2011 nur noch 6 Monate Wehrdienst bzw. Zivildienst sein.

Dieser Kompromiss löst viele verschiedene Reaktionen aus. So spricht sich der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Hartmut Bagger erneut für eine Abschaffung der Wehrpflicht aus. Er möchte die Bundeswehr am liebsten in eine Freiwilligenarmee umgewandelt sehen. Seiner, aber auch vieler anderen Meinungen nach, macht eine Wehrpflicht von sechs Monaten keinen Sinn, da die gelernten Grundkenntnisse nach den ersten drei Monaten kaum noch richtig angewandt werden können.

Dieser “faule Kompromiss” (Hartmut Bagger) stößt aber auch auf positive Rückmeldungen, wie zum Beispiel von dem Vorsitzendem des Bundeswehrverbands Oberst Ulrich Kirsch. Er sieht die Verkürzung auf sechs Monate als eine Verminderung der Ungerechtigkeit, die beim Einberufen von jungen Männern herrscht, da durch die 6-Monate-Wehrpflicht statt 90 000 Männern pro Jahr, 120 000 einberufen werden könnten.

Viele verärgerte Stimmen kommen jedoch von den Zivildienststellen, denn diese würden schwer unter so einer Verkürzung auf sechs Monate leiden. Der Grund: Wenn man Schulungen und Urlaubstage des Zivildienstleistenden von den sechs Monaten Gesamtzeit abzieht, dann würde dieser nur noch ungefähr vier Monate Arbeitszeit haben. Da aber der Trend in Richtung ehrenamtliches Arbeiten geht, würden Zivildienstleistende nur noch schwer eine Stelle finden können. Der Abteilungsleiter beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Thomas Niermann sagt: „Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen. Es sollte geprüft werden, ob eine freiwillige Verlängerung des Dienstes nicht durchzusetzen wäre.”

Allgemein lässt sich also sagen, dass kommende wehrpflichtige junge Männer bei diesen Nachrichten wohl aufhorchen werden, sich aber wenig freuen können. Denn zum Einen wird man beim Bund nach der harten Grundausbildung kaum noch Zeit haben sich auf einem Bereich zu spezialisieren. Will man verweigern, dann kann man damit rechnen eine freiwillige verlängerte Zeit als “Zivi” in Anspruch zu nehmen, oder gleich ein freiwilliges soziales Jahr zu wählen.

Ich persönlich als kommender Wehrpflichtiger stimme Hartmut Bagger zu. Die schwarz-gelbe Regierung hat dort einen wirklich “faulen Kompromiss” geschaffen, der mehr Schwierigkeiten in die Welt ruft, als er beseitigt. Halbe Sachen sind nicht das, was ich von einer erfolgreichen Regierung erwarte.